St. Goar, Spaziergang mit Frau H.

Meine Blasenbehandlung mit öffnen (ich weiß, das soll man nicht), Desinfektion (Betaisodona — das ist Schmerz, zum Glück nur kurz) und zupflastern hat seine Wirkung nicht verfehlt. Was aus dem Spann wird muß ich abwarten, ein wenig herumlatschen ist problemlos.

Zur Burg hinauf bin ich dann auch und zwar in Begleitung von Frau H. aus W., die ich beim Frühstück (incl.!) kennengelernt habe.

Frau H. ist “in der glücklichen Lage, ohne Arbeit leben zu können” und zu reisen natürlich — was sie rastlos vor Erlebenshunger tut seit ihr das Leben zwei deutliche Denkanstöße gab.

Nun scheint sie ihre Umwelt mit Denkanstößen zu versorgen, und da “keine Begegnung im Leben ohne Bedeutung ist” sondern immer “ein Hinweis auf eine Aufgabe” sei, die man im Leben zu meistern habe, wurde ich am Ende examiniert, was das Wichtigste gewesen sei, das sie mir gesagt habe …

Mit meiner Antwort zufrieden, begab sie sich mittags auf die Weiterfahrt, was mir nicht unangenehm war, denn so konnte ich mich meinen neuen Denkanstößen hingeben …

(Trotz der glossenartigen Schilderung ist Frau H. eine sympathische und interessante Gesellschaft. Ich wünsche alles Gute und hoffe, mich ebenfalls einmal in jener “glücklichen Lage” zu finden.)

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