Abends über dem Rhein
Ich hab’s mir hier oben gemütlich gemacht. Die Matte liegt über Bank und Tisch und halb sitze halb liege ich mit Wladimir Kaminers “Mein deutsches Dschungelbuch”. Eine unterhaltsame Ansammlung kleiner Anekdoten von Kaminers Reisen durch die Provinz — es gibt Parallelen … Danke an Petra, die mir dieses Buch zum Abschied mitgab.
Langsam wird es Zeit in den Schlafsack zu kriechen, es wird kühl und zum lesen zu dunkel. Unten haben sich auch schon die Schiffe wie an einer Perlenschnur aufgereiht und liegen vor Anker — kaum ein Kapitän wagt wohl nachts die immer noch gefährliche Passage durch Kurven und Untiefen.
Hoffentlich bleibt hier alles ruhig, es prangt hier ein deutliches Verbot, sich hier nach 22 h aufzuhalten oder gar zu übernachten. Und ich würde diesen Oberdeutschen, in deren Gärten häufig geflaggt ist, ohne weiteres zutrauen, dass patroulliert wird. Zum anderen habe ich gestern in der Dämmerung tatsächlich meine erste wilde Wildsau getroffen … und einen Dachs — letzteren allerdings nur noch von hinten.