Familienkutsche — Reloaded
Anruf am Donnerstag Nachmittag bei der Werkstatt: “Ach, der Mondeo. Na, da haben Sie uns ja was angetan… Wo haben Sie denn die Teile her? Da passt ja gar nichts. Wir müssen die ganzen Befestigungen ändern … Bei den Scheinwerfern sind die Stecker anders … und die Leuchtweitenverstellung ….”
Offenbar ein Fiasko. Vor meinem geistigen Auge blitzen Szenen mit verzweifelt konferierenden Mechanikern auf, mit einem zerlegten aber nicht wieder zusammensetzbaren Auto, mit einer lang und immer länger werdenden Rechnung von Arbeitsaufwänden und zusätzlichen Ersatzteilen …
Ich bin zerknirscht und geschockt — Freitag Nacht soll uns die bisher treue Kutsche schließlich an den Lac de Bourget bringen (ca. 80 km SSW von Genf). Die Zusage, dass der Wagen Freitag Mittag auf jeden Fall fertig sei, beruhigt ungemein.
Am Abend ziehe ich 500 EUR am Automaten und gehe mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Bett. Am späten Freitag Vormittag nehme ich mit dem gleichen Gefühl wieder den Hörer in die Hand. Der Meister ziert sich: “Wir haben da ja schon den ganzen Tag für gebraucht …” — eine Aufzählung der gelösten Probleme — “das ist jetzt für uns unfair kalkuliert, aber 200 EUR muß ich Ihnen dafür schon abnehmen.” Es jubiliert …
Dass Ölwechsel und ein paar Birnchen doch noch draufgerechnet werden müssen, macht den Kohl nicht mehr fett. Mit einem saftigen Trinkgeld bringe ich auch den Meister noch zum lächeln. Der gibt mir den Tipp, bei Gelegenheit schwarze Sprühfarbe zu kaufen — es sähe ja ziemlich bescheiden aus …
Wie gut, dass Autos bei mir Gebrauchsgegenstände sind, da kann ich gänzlich uneitel sein. M. (5) ist da allerdings anderer Meinung, und so wird es wohl mal eine Verschönerungsaktion geben. Hoffentlich will P. nicht wieder alles schön bunt haben …
Juli 1st, 2006 at 09:55
Ich finde, der Meister hat recht mit der Farbe….
Wo sind die Fähnchen???
Schönen Urlaub!!!