T-Class Amp6 fast fertig

Ein paar Teile auf und um den kleinen Verstärker sollten nach meiner Vorstellung etwas “gehobener” ausgeführt werden. Dazu hatte ich einige Bau- und Kleinteile bei Thel bestellt. Der gute Mann scheint vom Vorweihnachts- und Vor-MwSt.-Erhöhungs-Geschäft ziemlich überrannt worden zu sein. Das Päckchen hat mich jedenfalls erst nach 2 Wochen erreicht, so dass ich erst jetzt weitergelötet habe.

Gegenüber dem Original-Bausatz des Amp6 von 41Hz modifiziere ich in erster Linie die Bauteile im Eingangszweig und an der Stromversorgung. Neuralgische Punkte jedes Verstärkers also, an denen qualitative Verbesserungen am ehesten lohnen.

An ersterer Stelle verwende ich fette MKP-Kondensatoren und spezielle nichtmagnetische “Audio”-Widerstände (TKD) die leider nicht oder nicht wie vorgesehen auf die Platine passen. Die Widerstände (im Bild die leicht rosa Bauteile mit Aufschrift 2202D) sind nur zum Teil auf der Oberseite, die anderen zwei auf der Unterseite. Die MKP-Kondensatoren habe ich noch nicht montiert, da sie das Lochraster um ein Vielfaches überschreiten und mir den Zugang zu noch austehenden Lötarbeiten versperren würden.

AMP6 vor der Vollendung

Um die Stromversorgung bzw. -stabilität zu verbessern kommen am Ende noch ein paar zusätzliche Kondensatoren von unten an die beiden im Bild schon größten Bauteile. Die ungeregelte Seite wird dann nominell 40.000 µF, die geregelte 5.501 µF aufweisen (das eine µF kommt von einem KP-Kondensator um speziell Transienten zu verbessern). Ob sich das dann klanglich alles auswirkt sei mal dahingestellt. Zumindest theoretisch verbessert sich die Impulsfähigkeit und damit die Dynamik, Auflösung und Stabilität des Klanggeschehens.

Die Modifikationen bewegen sich aber nicht im Bereich des High-End-”Voodoo” (man könnte für einen Eingangskondensator ohne weiteres 100 € ausgeben) sondern durchaus im Rahmen des physikalisch (und hoffentlich klanglich) nachvollziehbaren und wirtschaftlich angemessenen.

Die Löterei ging jetzt doch etwas zügiger aber nicht unbedingt problemloser von statten — an ein paar Stellen gabs Probleme mit dem sog. Lötstopplack (der Stellen bedeckt, die nicht verzinnt werden dürfen um unerwünschte elektrische Verbindungen zu verhindern), den ich anscheinend hier und da beim unsauberen Löten gelöst habe und der mir denn meine Lötstelle versaute. Da half nur Kratzen und neu verlöten.

Auch die SMD-Dioden (die kleinen schwarzen Rechtecke, mit etwa 5mm Länge für SMDs gar nicht klein) waren “a pain to solder” (wörtlich: ein Schmerz zu löten), wie man machmal in englischen Foren liest — entsprechend unprofessionell sieht meine Löterei dort aus. Ich hoffe dabei habe ich nichts verbrutzelt …

AMP6 vor der Vollendung

Jetzt steht erstmal die Prüfung der Spannungsversorgung an, dann muss ich noch die Ringkernspulen wickeln — ebenfalls “a pain”, aber wer hat schon handgefertigte Bauteile in seinem Verstärker? — und den Kern des ganzen, den vielbeinigen Verstärker-Chip, einlöten.

Wenn alles glatt geht, kommen die ersten Test-Klänge an den nächsten Tagen zu Gehör …

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