So langsam hab ich die Faxen dicke … die olle MOS-FET-Endstufe läuft nur auf dem rechten Kanal und der dicke Sony-Verstärker ist beim Krauter um die Ecke in Reparatur. Aus der einen Woche sind mittlerweile zwei geworden … naja, ist ein witziger Typ aber irgendwie auch ein ziemlicher Schluri. So Marke 70er-Jahre Alt-Hippie. Verkrautert sein Leben in einem 20qm-Ladengeschäft, um ihn herum stapeln sich reparierte, aber nie abgeholte Geräte vom fast High-End Cd-Player über Noname-Fernseher bis zum verstaubten Kofferradio … man kann kaum treten beim reinkommen.
Jedenfalls habe ich nun zum Preis einer guten Flasche Whisky (die wird jetzt leider eingespart) einen AMP6-Bausatz von 41hz.com. Das sah dann so aus:

Das Handy war leider nicht dabei und ist nur zum Größenvergleich … ;-)
Also wirklich shocking klein. Die Platine misst 106 * 42 mm und das stabilisierte Netzteil ist schon integriert (Trafo natürlich nicht). Wenn man das so vor sich liegen hat inklusive der ungefähr 10 Tütchen mit überwiegend doch eher winzigen Bauteilen (dabei sind’s nicht mal SMD) beginnt man zu zweifeln, ob das gut war, sich sowas zuzulegen … mit dem Prügel an Lötkolben und Löterfahrung vornehmlich in Richtung möglichst dicke Kabel …
Aber BIB = bigger is better stimmt nicht immer. Das kleine Teil gehört zu den sogenannten Class T-Verstärkern (am besten mal googeln nach “Class T”, “Tripath”, Tripath ist der Verstärker-Chip-Hersteller), eigentlich ein Class D-Verstärker mit integriertem DSP, d.h. digitalem Signalprozessor. Jedenfalls haben die kleinen Verstärker-Chips, denen man nur noch eine passende Außenbeschaltung verpassen muß, ziemlich Furore gemacht. Natürlich nicht in der einschlägigen Audio-Presse — denn dazu sind die Dinger zu preiswert und die Hersteller von Verstärkern mit diesen Chips oft Enthusiasten, die keine doppelseitigen Anzeigen in Hochglanzmagazinen schalten — aber jedenfalls soweit man das im Web verfolgen kann.
Also auf zu neuen Ufern! Der dicke Alte (Sony) wird verscherbelt und her kommt etwas, was mit minimalem Aufwand ganz hervorragende Ergebnisse liefert. (Na hoffentlich — die Skepsis stirbt zuletzt!)
Apropos Aufwand: erst kommt das Löten. Zumindest bei meiner Variante (man kann auch fertige Module bei anderen Anbietern kaufen, allerdings dann schon zum mehrfachen Preis).

Da ich ja nicht wirklich der geübte Löter bin, ist der Aufwand etwas höher …
Mein hübscher Arbeitsplatz enthält übrigens wirklich eine heiße Wärmflasche — nicht dass ich besonders warme Figer bräuchte, sondern es lötet es sich besser wenn die Komponenten auf sagen wir 70 oder 80 °C erwärmt sind. Die fette Spitze des Lötkolbens ist auch nicht grad der Hit, aber es geht so grade. Bisher jedenfalls. Nach einer Stunde und acht Bauteilen beginne ich jeden einzelnen zu bewundern, der sowas selber macht.
Danach geht es etwas zügiger weiter. Irgendwie übt es sich halt doch ein. Die Lötstellen sehen auch immer besser aus. Leider hab ich einen Elko (ELektrolyt-KOndensator) verpolt eingelötet obwohl ich den Schaltplan genauestens studiert habe. Tja, das mit der Charge-pump (?!) habe ich dann wohl noch nicht begriffen — jedenfalls muß der andersrum rein, mit dem Minus-Pol zur Versorgungsspannung (höchst ungewöhnlich). Also auslöten ohne dabei das Teil zu verdampfen und richtig rum wieder rein. Puh, geschafft.
Machen wir Schluss für heute. 18 Bauteile sind plaziert, die Platine ist noch heil und die Kondensatoren und Widerstände (mehr haben wir noch nicht) — soweit ich das beurteilen kann — auch. Schon spannend irgendwie ;-)
Demnächst mehr vom Braten!