Archive for the 'Photo' Category

Ninglinspo

Sonntag, März 16th, 2008

Wie bitte? Oder besser: quoi?

Ging mir nicht anders. Ein merkwürdiger Name für einen wunderschönen Bachlauf in den Ardennen. Dort habe ich mein Wochenende mit wandern, fotografieren und babylonisch verwirrten Gesprächen in der gleichnamigen Taverne verbracht.

Le Ninglinspo

Wer mag, klickt das Bild an und kommt zum Flickr-Set mit einigen weiteren Bildern.

Mehr Geschichte dazu gibt’s morgen. Bin jetzt müde.

Nikon Solutions Expo

Sonntag, Dezember 2nd, 2007

Am Freitag kurz und Samstag etwas länger war ich hier in Köln auf der Nikon Solutions Expo. Eine Art Nikon-Hausmesse für die gesamte Foto-Produktion von der Blitzanlage über Softwarelösungen bis zum Drucker, garniert mit vielen Vorträgen und Shooting-Möglichkeiten.

Als Amateur konnte man hier natürlich an vielen Ecken leuchtende Augen bekommen, besonders interessierte mich aber, wie Nikons neues Flagschiff, die D3, mit meinen alten Schätzchen zurechtkommt. Ich möchte einfach gerne wissen, auf was ich mich in ein paar Jahren einstellen muß — Vollformat wird es sicher irgendwann wieder sein …

Das Nikkor AF 24/2,8 ist ja nicht unbedingt als Überflieger bekannt, ich schätze es aber als verlässliches, irgendwie charaktervolles Glas. An der D80 bringt es nicht unbedingt die Top-Auflösung, an der D3 war es aber — abgesehen von den extremen Ecken und Offenblende recht überzeugend. Ganz offensichtlich macht sich hier die geringere Pixeldichte der D3 positiv bemerkbar. M.M. war der Unterschied zu Nikons neuem Profizoom, dem AF-S 24-70/2,8, nicht allzu groß (soweit man das unter den Bedingungen vergleichen konnte).

AF 24/2,8 F/3,5 an Nikon D3
DSC_9647_nx_D3_ISO_3200_24AF_F3,5

Das Nikkor AF-D 35-70/2,8 war auch dabei und konnte an der D3 ebenfalls überzeugen.

Ein eher spaßiger Test war das DX-Objektiv (also für APS-C-Kameras) Tamron 17-50/2,8 SP XR Di II an der D3:
DSC_0025_D3_mit_Tamron_17-50_17mm_ks

Nach diesen eher trockenen Übungen, habe ich mich den schönen Dingen gewidmet — genauer gesagt: den schönen Frauen :-))

DSC_6718_nx_2_Sweethearts_TL_II_ks

Am Laufsteg wurde dann wieder volle Konzentration gefordert:

DSC_6769_nx_TL_II_ks

Hier hätte ich mir mehr Kreuzsensoren an der D80 gewünscht, die Ausbeute wirklich scharfer Bilder war mit dem 85/1,8 bei F/2,5 nicht überzeugend (D80 + SB-800 bei um 1/400 s). Wollte man das professionell machen, müßte definitiv eine andere Kamera her. Jedenfalls eine interessante Erfahrung. Wenn ich nächste Woche beim Grusical Albert fotografiere, hoffe ich, etwas weniger Streß und Gedränge zu haben …

Die z.T. interessanten Vorträge habe ich leider immer verpasst. Aber auch so fand ich die Veranstaltung recht gelungen. Das nächste Mal werde ich mir allerdings freitags mehr Zeit nehmen — am Samstag war es doch unangenehm voll …

Weitere Bilder von der Nikon Solutions Expo im Photostream.

Container im Rhein

Donnerstag, März 29th, 2007

Naja, ist ja jetzt nix Neues mehr. Mittlerweile stauen sich über 400 Schiffe um Köln, weil ein depperter Container-Schiff-Kapitän in einer Kurve wenden wollte. Dabei sind mindestens 32 Container über Bord gegangen und trieben dann zunächst wie überdimensionale Legosteine den Rhein abwärts. Bis sie untergingen oder dem Rheinufer zugespült wurden und ihm so einen unromantischen neuen Reiz verliehen.

Diesem Reiz konnte ich wie viele andere nicht entgehen und hab ein bißchen Katastrophen-Tourismus betrieben. Wobei man sagen muß, dass aus meiner Sicht an keiner Stelle die Bergungsarbeiten behindert wurden.
U.a. auf den abgebildeten orangen Container konzentrierten sich am Dienstag (27.3.2007) die Bergungsmaßnahmen. Dieser war einer der drei Gefahrgut-Containern, er wurde am Mittwoch morgen wohl ganz unspektakulär und ohne Emissionen leergeräumt. Aus dem dritten ist m.W. Gerbsäure in den Rhein gelaufen.

Wer auf dem Laufenden bleiben will findet z.B. beim Kölner Stadt-Anzeiger oder auf WDR aktuelle Informationen. Und mein komplettes Photo-Set auf Flickr.

Blitzdiffusor selbst gebaut, Version 1.1

Montag, Februar 12th, 2007

Fotografieren funktioniert ja bekanntlich mit Licht. Und je besser das Licht ist, desto besser können auch die Fotos werden. “Besser” betrifft aber nicht nur die Quantität des Lichts sondern auch seine Qualität. Also die Richtung und Verteilung des Lichts, seine Lichtfarbe und manches andere mehr.

Besondere Schwierigkeiten, eine natürliche und “schöne” Ausleuchtung zu erreichen, bekommt man bei Aufnahmen, die zusätzliches Blitzlicht erfordern. Sei es im Innenraum oder draußen bspw. in Gegenlichtsituationen.

Hier einfach mit dem Blitz draufzuhalten, produziert ziemlich unschöne, flache — “totgeblitzte” — Aufnahmen mit heftigen Schlagschatten. Insbesondere bei Portraits erhält man so Bilder, die man mit einer 08/15-Knipse kaum schlechter machen kann.

frontal geblitzt
Frontal angeblitzt: “totgeblitzt”

Wer einen externen Blitz hat, der per Blitzschuh aufsteckbar ist, kann schon zu besseren Ergebnissen kommen durch das indirekte Blitzen an die Decke oder eine Seitenwand, vorausgesetzt diese ist nicht zu weit entfernt und nicht zu stark gefärbt.

indirekt geblitzt
Über die Decke indirekt geblitzt (gebounced)

Oft kann man noch einen kleinen Reflektor ausklappen, der einen Teil des Lichts dabei direkt nach vorn reflektiert um nicht nur Oberlicht zu haben (wer keinen Reflektor hat, befestigt einfach eine Visitenkarte o.ä. mittels eines Gummis am Blitz). Das ist in normalen Wohnräumen schon eine ganz praktikable Lösung, funktioniert aber draußen oder in großen Räumen nicht mehr so gut. Auch Holz- oder farbig abgetönte Decken sind ein Graus beim indirekten Blitzen.

Stellt man höhere Anforderungen an die Qualität des Blitzlichts ist eine Blitzanlage natürlich der Königsweg, auch große Reflektoren werden gerne eingesetzt. Beides hat aber — abgesehen von den Kosten — den Nachteil, dass man einiges an Zusatzgerät oder Helfer benötigt — insbesondere außerhalb einer Studioumgebung ist das nur im professionellen oder hochambitionierten Amateurbereich möglich und üblich.

Als Zwischenweg bieten sich sogenannte Blitzdiffusoren an: kleine und leichte Kunststoffaufsätze, die das Blitzlicht deutlich weicher verteilen und für eine natürlichere Ausleuchtung sorgen und sich in jeder (nicht ganz kleinen) Fototasche unterbringen lassen. Hier gibt es relativ einfache und billige Lösungen, die weniger effektiv sind und solche, die im Grunde für ein Stück Kunststoff schon horrend teuer sind.

Zur letzteren Kategorie gehört Gary Fongs Lightsphere II, das ich letztens in Aktion gesehen habe und von dessen Ergebnisse ich schon recht angetan war. Mittlerweile gibt es auch einen deutschen Vertrieb beim Photoproshop. Das Ding ist aber mit 54 Euro (plus Versand für das Basismodell) nicht eben billig für so einen “Joghurtbecher”, aber m.M. trotzdem eine Empfehlung wert da es kaum etwas Vergleichbares gibt.

Da ich ja bekennender Bastler bin, hab ich mich mal umgeschaut, ob ich nicht etwas brauchbares als Ausgangsmaterial finde um mir diese Euros zu sparen. In M.s Spielzeugchaos fiel mir dann auch direkt ein Kunststoffbecher ins Auge, den man im kölner Legoladen (Hohe Straße, bisher der einzige in Deutschland) zur individuellen Steinsortierung bekommt. Nach kurzer Verhandlung habe ich dann mit M. ein Tauschgeschäft abgeschlossen.

So ganz optimal ist der Becher nicht, er hat einen nach oben (innen) aufgewölbten Boden (ähnlich wie bei Weinflaschen, nur eckiger) und das Material ist sehr spröde. Bearbeitungsversuche mit Messer oder Bohrer führten zum Ausreißen des Materials. Meine bessere Hälfte warf irgendwann beiläufig “schmelzen!” ein, was dann auch die Lösung war …
mein Lego-Diffusor
Mein Lego-Blitzdiffusor mit Lavazza-Deckel und Papp-Alufolien-Reflektor in lausiger Verarbeitungsqualität

Also habe ich mir dann meinen ausgedienten Lötkolben mit der eh’ schon verbratenen Spitze geschnappt und unter Aufbietung meiner persönlichen Gesundheit (Dämpfe! Zur Nachahmung nur im Freien empfohlen) ein passendes Loch zurechtgeschmolzen. Der zugehörige Deckel ist bisher leider verschollen, so dass ich z.Z. einen einigermaßen passenden Dechel einer Espresso-Dose verwende. Den habe ich innen mit einem Alufolienbeschichteten Pappkonus versehen für die geschlossene Anwendung. Wobei das noch überarbeitet werden muß.

Selbstbau Blitz-Diffusor an der Kamera
Selbstbau Blitz-Diffusor an der Kamera

Und hat sich die Bastelei gelohnt? Ich denke schon. In normalen Räumen erhält man mit dem Blitzdiffusor ohne Deckel (oben offen) ein sehr natürliches Licht.

mit offenem Diffusor
Blitzdiffusor oben offen, viel indirektes Licht über die Decke

Dagegen reflektiert der Deckel, den ich bebastelt habe, noch zuviel Licht nach unten. Hier werde ich noch an Modifizierungen (halb offen oder andere Form des Deckelreflektors) arbeiten. Im Nahbereich macht der Diffusor mit Deckel doch zuviel direktes Licht, bei Außenaufnahmen kann das aber vorteilhaft sein:

mit aufgesetztem Reflektor-Deckel
Blitzdiffusor oben geschlossen mit Reflektor-Deckel

Zum Vergleich nochmal obiges Krippen-Motiv mit Diffusor:

Blitzdiffusor ohne Deckel
Blitzdiffusor oben offen

Blitzdiffusor mit aufgesetztem Reflektor-Deckel
Blitzdiffusor oben geschlossen mit Reflektor-Deckel

Da der rückwärtige Lichtanteil ja irgendwie Verschwendung ist, habe ich schließlich das hintere Drittel des Bechers noch von innen mit Alufolie ausgekleidet. Das ist der momentane Stand und das Ding bekommt auf jeden Fall schon mal einen Dauerplatz in meiner Fototasche.
Blitzdiffusor ohne Deckel V1.1
Blitzdiffusor, offen mit Innenreflektor.

Wer das so oder ähnlich nachbauen will, findet sicher auch andere geeignete Becher. Angeblich soll es in Asia-Läden solche transparenten Becher (mit Nudeln o.ä.) geben, die auch sehr gut geeignet sind. Ich bin jedenfalls erstmal sehr zufrieden mit meinem halbtransparenten Modell. Bei erheblichen Verbesserungen werde ich das Thema wieder aufgreifen.

SD9 goes HDR (kleiner Picturenaut-Bericht)

Freitag, Januar 12th, 2007

Meine Sigma SD9 ist ja bekanntlich für eine digitale Spiegelreflex nicht gerade ein Wunder an Rauschfreiheit. Und Langzeitbelichtungen verweigert sie jenseit von 15s schlichtweg. Nicht ohne Grund.

Naja, man kann ja trotzdem mal wieder ein paar Nachtaufnahmen wagen. Nachdem ich mir in einem von Kölns besten Fotofachgeschäften (Foto Gregor)* mal die hübschen Töchter anderer Kamerahersteller angeschaut habe, hat’s noch im Auslösefinger gejuckt.

Schokoladenmuseum in Köln
Das Schokoladenmuseum in Köln

Über Picturenaut hatte ich gelesen und wollte es mal ausprobieren. Picturenaut ist ein freies HDR-Programm — HDR = High Dynamic Range, d.h. hoher Dynamikumfang, oft auch DRI = Dynamic Range Increase — das aus einer Reihe unterschiedlicher Belichtungen eines Motivs mit extremem Kontrastumfang ein ausgewogenes Bild erstellt.

Die Belichtungsreihe war 15, 8, 4, 2 ,1, 1/2s bei Blende 8 und ISO 100. Picturenaut saugt sich das rein wie nix und spuckt erstmal ein etwas enttäuschendes Bild aus. Man muß das Tone-Mapping anwählen und kann dann an ein paar Reglern ein gefälliges Bild zusammenmischen.

Wer das dann abspeichert, erlebt unter Umständen die Überraschung, dass das Bild gar nicht dargestellt wird. Am einfachsten nach dem erfolgreichen rumspielen am Tonemapping das Bild in 8bit wandeln (mehr kann ein Bildschirm nicht anzeigen) und erst dann speichern.

Gut wären noch ein paar längere Belichtungen gewesen (was die SD9 verweigert) oder mit größerer Blende und auch noch eine kürzere. Aber auch so sieht das schon ganz schick aus. Wobei ich mir noch Regler für Farbsättigung und -temperatur (Weißabgleich) wünschen würde. Kann man natürlich auch nachträglich oder vorher machen. Jedenfalls kommen extrem gesättigte Farben beim Picturenaut-HDR raus.

Dafür dass das ganze umsonst ist, kann ich nur sagen: extrem empfehlenswert.

Geschichte, Hintergrund, Anleitung: Beitrag im DSLR-Forum.
Download: Picturenaut Beta-Release 2.0 vom 24.12.2006.

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*) 25% Rabatt bei meinem nächsten Einkauf sind mir sicher.
Apropos: auf die Paletten Schöfferhofer warte ich immer noch … ;-)