Absteigen
Samstag, August 15th, 2009Es hatte sich eigentlich schon gestern entschieden: obwohl noch alles fit (auch die Zehen), fehlte so langsam die Motivation. Das Wetter entwickelte sich auch dubios… Heute Morgen war alles Wolken verhangen und zu allem Überfluss stellte ich fest, dass ich wohl gestern meine Sonnenbrille am Lago Barone liegen gelassen hatte. (Ein paar Socken habe ich übrigens noch auf irgendeiner Hütte verloren.) Um 10 hatte ich die Brille wieder und war Abmarsch bereit - Stunden zu spät für eine Tour, was aber sowieso nicht mehr zur Debatte stand. Zudem war es schwül wie es auf 2200m schwül sein kann und die Wolken türmten sich schon. Nach unten wurde es tatsächlich kühler und es machte Spaß zügigen Schritts der jungen Verzasca mit jedem Zufluss beim wachsen zuzusehen.

Bei etwa 1400 m In vielen Stromschnellen und mancher grandiosen Kaskade stürmt das Wasser talwärts.
Unterwegs traf ich noch diese friedliche Schlange:

Über Fahrwege, dann Straßen lief ich, vorbei an kleinen Weilern und plötzlich hinein nach Sonogno - dem letzten Vorposten der Zivilisation, die sich in Eis- und Souvenirverkauf manifestiert. Welch ein Kulturschock! Noch schneller bin ich wieder raus. Aber das Laufen auf der Straße macht keinen Spaß und es nimmt mich auch niemand mit. Im nächsten Ort setze ich mich in den Postbus und fahre bis Lavertezzo, dem Ort mit der vielleicht malerischsten Brücke des ganzen Tessins und der besten Badestelle an der Verzasca. Praktischerweise hält der Bus exakt dort um eine weitere Ladung Touristen den schon anwesenden Massen zuzuführen. Das ist zu viel für mich und ich flüchte erstmal in ein kleines (leeres) Lokal und labe mich an einer tessiner Käseplatte und 2 Bier. Etwas milder gestimmt begutachte ich dann doch die Attraktionen und mache mich auf Schlafplatzsuche. Etwas unterhalb des Ortes und abseits des Weges werde ich bei einer kleinen Sandbank an der Verzasca auch fündig.

Lieber Moritz, das ist übrigens die Stelle, an der ich schon gebadet und mich gewaschen habe. Ich komme also nicht ganz so dreckig nach Hause wie du befürchtet hast…







