6. Etappe und Ende
Samstag, Mai 20th, 2006Lahnstein–Koblenz
Abgesen von der Klamm, die ich ja gestern schon raufgekommen bin, gibt es nach einer Woche interessanter Wanderei nichts allzu bemerkenswertes zu berichten.
Die langsam vermodernde Holzkonstruktion des Aussichtsturms bietet bei trübem Wetter nur unlohnende Blicke auf Koblenz und die waldigen Hänge. Um den Turm verstreut die Überreste eines nächtlichen Gelages, der Wegweiser an der nächsten Kreuzung dem Vandalismus zum Opfer gefallen — mein Gefühl von gestern, Lahnstein entfliehen zu wollen, kommt wieder hoch …
Insgesamt scheint man sich hier weniger Mühe mit dem Rheinsteig gegeben zu haben: an keiner Stelle gibt es eine Informationstafel, die über etwas naturkundliches oder kulturhistorisches berichtet. Der Weg ist durchmarkiert — und fertig.
Bleibt etwas Zeit zu denken … habe ich irgendwie nicht soviel wie ich gedacht hatte — mehr gehorcht, gesehen und gerochen. Vielleicht ist eine Woche auch viel zu kurz um so etwas wie “innere Einkehr” zu erleben, vielleicht die Eindrücke zu vielfältig …
Irgendwie habe ich das Gefühl etwas an meiner Arbeitssituation ändern zu wollen; und die Bedeutung meines Sohnes und meiner Frau für mich ist mir deutlicher geworden — ich freue mich sehr, beide heute wiederzusehen.
Mit solchen Gedanken und Berichts-Fetzen für das Blog im Kopf bin ich schon nach 3 h am Ende meiner Reise zu Fuß.
Den Rheinsteig verlasse ich mit Blick auf die Festung Ehrenbreitstein, dort wo für mich schon einmal eine Reise endete — allerdings abrupt durch einen Unfall. Damals hatten mein bester Freund und ich uns auf dem Rad ins Schwabenland aufgemacht für eine zweiwöchige Vorbereitung auf das Abi. Am Beginn der dritten Etappe hat mich dann ein BMW breitseitig erwischt. Wie durch ein Wunder blieben die Knochen heil,
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