Kaub–St.Goarshausen
Ein Stück des Weges hatte ich mir ja schon gestern abgenommen, so blieben 18 km und rund 600 Höhenmeter, denen ich am Morgen nach einer — immerhin — Teilregeneration recht entspannt entgegen sah.
Das erste Stück verläuft recht flach und lieblich durch Feld und Wiese; hier wurden Erinnerungen wach durch die unablässig singenden und aufsteigenden Lerchen, Erinnerungen an Ferien bei den Großeltern in der Eifel und morgendliche Spaziergänge mit dem Großvater und dem großen Hund.
Der Roßstein markiert die Felsabbrüche zum Rhein und den Übergang zu lichtem Niederwald.
Dieses Jahr gibt es hier eine extreme Raupenplage, manche Bäume sind wirklich vollständig kahlgefressen, viele stark geschädigt, überall hängen Raupen an seidenen Fäden um anscheinend nach einem Kahlfraß einen Standortwechsel vorzunehmen. Durch ein besonders betroffenes Stück bin ich mit einem großen Ast vor mir wedelnd gegangen — anders hätte ich ständig deren Fäden im Gesicht gehabt.
Landschaftlich recht abwechlungsreich ging es auch durch lianenbewachsene Schluchten und natürlich dem Schaustück der Etappe — wohl des gesamten Rheinsteigs — entgegen: der Loreley und den Felsen davor (s.u.).
Hier und da gab es noch manches seltenere Gewächs, wie das gezeigte Knabenkraut, zu bewundern.
Als Zwischenfazit würde ich sagen: ein Muss für den passionierten Wanderer (”vom Feinsten” meinte strahlend ein sauerländer Wanderfex, von dem ich mich mittlerweile fast verfolgt fühle — morgen hängt er mich ab :-( ), für mich ist es das nicht. Noch zu wenig bewegt das Relief (”vom Feinsten” wäre für mich eher im Val d’Annivier von 4000ern umringt zu sein) und die Deutschtümelei dieser zwar sehenswerten aber hoffnungslos provinziellen Käffer geht mir schon gegen den Strich.
Wobei das Provinzielle auch ganz putzig sein kann, wie dieses Hotel — davon morgen mehr.