Archive for Mai, 2006

Abhängen in St. Goar

Mittwoch, Mai 17th, 2006

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Ship-Spotting geht auch mit einer Sigma, höhö (ein Insider!). Und hier ist echt was los — nicht nur die Japaner, die hier in geschlossenen Verbänden von den Dampfern quellen (um kurz danach wieder zurück zu quellen) — es gibt hier sogar einen (mehrere?) Schlepper, der besonders großen Frachtern um die engen Kurven hilft.

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Später hat mich meine nette Wirtin (hatte ich schon erwähnt, dass es im Hotel “An der Fähre” konkurrenzlos preiswerte Zimmer gibt? ;-) zu einem Abendspaziergang überredet, der über etliche Treppen zu obigem kleinen Wasserfall (sorry, für das nötige Verdrehen des Kopfes) und dann ein paar Schritte zurück und zur anderen Seite (Naturlehrpfad) weiter hoch auf einen wunderschönen Panoramaweg führt.

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Hoch über dem Ort vis a vis mit Burg Katz ist Gelegenheit, eine feine Romeo y Julieta zu paffen …

St. Goar, Spaziergang mit Frau H.

Mittwoch, Mai 17th, 2006

Meine Blasenbehandlung mit öffnen (ich weiß, das soll man nicht), Desinfektion (Betaisodona — das ist Schmerz, zum Glück nur kurz) und zupflastern hat seine Wirkung nicht verfehlt. Was aus dem Spann wird muß ich abwarten, ein wenig herumlatschen ist problemlos.

Zur Burg hinauf bin ich dann auch und zwar in Begleitung von Frau H. aus W., die ich beim Frühstück (incl.!) kennengelernt habe.

Frau H. ist “in der glücklichen Lage, ohne Arbeit leben zu können” und zu reisen natürlich — was sie rastlos vor Erlebenshunger tut seit ihr das Leben zwei deutliche Denkanstöße gab.

Nun scheint sie ihre Umwelt mit Denkanstößen zu versorgen, und da “keine Begegnung im Leben ohne Bedeutung ist” sondern immer “ein Hinweis auf eine Aufgabe” sei, die man im Leben zu meistern habe, wurde ich am Ende examiniert, was das Wichtigste gewesen sei, das sie mir gesagt habe …

Mit meiner Antwort zufrieden, begab sie sich mittags auf die Weiterfahrt, was mir nicht unangenehm war, denn so konnte ich mich meinen neuen Denkanstößen hingeben …

(Trotz der glossenartigen Schilderung ist Frau H. eine sympathische und interessante Gesellschaft. Ich wünsche alles Gute und hoffe, mich ebenfalls einmal in jener “glücklichen Lage” zu finden.)

3. Etappe

Dienstag, Mai 16th, 2006

Kaub–St.Goarshausen

Ein Stück des Weges hatte ich mir ja schon gestern abgenommen, so blieben 18 km und rund 600 Höhenmeter, denen ich am Morgen nach einer — immerhin — Teilregeneration recht entspannt entgegen sah.

Das erste Stück verläuft recht flach und lieblich durch Feld und Wiese; hier wurden Erinnerungen wach durch die unablässig singenden und aufsteigenden Lerchen, Erinnerungen an Ferien bei den Großeltern in der Eifel und morgendliche Spaziergänge mit dem Großvater und dem großen Hund.

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Der Roßstein markiert die Felsabbrüche zum Rhein und den Übergang zu lichtem Niederwald.

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Dieses Jahr gibt es hier eine extreme Raupenplage, manche Bäume sind wirklich vollständig kahlgefressen, viele stark geschädigt, überall hängen Raupen an seidenen Fäden um anscheinend nach einem Kahlfraß einen Standortwechsel vorzunehmen. Durch ein besonders betroffenes Stück bin ich mit einem großen Ast vor mir wedelnd gegangen — anders hätte ich ständig deren Fäden im Gesicht gehabt.

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Landschaftlich recht abwechlungsreich ging es auch durch lianenbewachsene Schluchten und natürlich dem Schaustück der Etappe — wohl des gesamten Rheinsteigs — entgegen: der Loreley und den Felsen davor (s.u.).

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Hier und da gab es noch manches seltenere Gewächs, wie das gezeigte Knabenkraut, zu bewundern.

Als Zwischenfazit würde ich sagen: ein Muss für den passionierten Wanderer (”vom Feinsten” meinte strahlend ein sauerländer Wanderfex, von dem ich mich mittlerweile fast verfolgt fühle — morgen hängt er mich ab :-( ), für mich ist es das nicht. Noch zu wenig bewegt das Relief (”vom Feinsten” wäre für mich eher im Val d’Annivier von 4000ern umringt zu sein) und die Deutschtümelei dieser zwar sehenswerten aber hoffnungslos provinziellen Käffer geht mir schon gegen den Strich.

Wobei das Provinzielle auch ganz putzig sein kann, wie dieses Hotel — davon morgen mehr.

St. Goar — Stop and go?

Dienstag, Mai 16th, 2006

Der linke Fuß will nicht mehr. Drei fette Blasen, was allein nicht so tragisch wäre, und eine Art Sehnenreizung am vorderen Spann. Wieso eigentlich alles am linken?

Schade, wo ich gerade heute das Gefühl bekam, mich eingelaufen zu haben. Alles ging leichter und ich habe mich richtig wohl gefühlt, auch das Wandern als etwas anderes verstanden als eine Bewältigung von Höhenmetern und Wegstrecke zum Erreichen des Etappenziels. Das ist ja eher meine Bergsteiger-Mentalität die da durchkommt … nein, Wandern ist anders: der Weg ist das Ziel — auch wenn es abgedroschen klingt — man findet Gefallen am langsamen Wechsel der Eindrücke, hat Zeit auch für sich und seine Gedanken.

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St. Goar ist per Fähre für 1,30 EUR erreichbar, das Hotel “an der Fähre” kann mit 15 EUR die Nacht ebenfalls noch als low-budget betrachtet werden, auch wenn es mit meinem Ursprungsgedanken nichts mehr zu tun hat.

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Hier werde ich jetzt jedenfalls zwei Nächte verbringen (es ist übrigens das gelbe Haus), weniger weil mir grad danach ist, sondern weil eine Schonung des Fußes sonst kaum möglich wäre. Die Alternative wäre Abbruch.

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Eine kleine Impression aus dem hiesigen Warenangebot (man kann es erkennen, oder? “Loreleyfelsen” mit Schokoglasur) … auch ansonsten dominiert typisch deutsches, wie es in Reiseführern steht, die Auslagen.

Loreley

Dienstag, Mai 16th, 2006

Nicht ganz, sondern die Felsenkanzel 1 km davor. Unten dudelt ein Ausflugsdampfer nach dem anderen vorbei, abgewechselt vom Singen der LKWs und dem Rattern der Züge.

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Die alte Lore wird’s schwer haben, da mit ihrem Sirenengesang gegen anzukommen …

Jetzt werde ich mir mal den Rummel auf ihrem Haupt ansehen, bis später!