Archive for Juli, 2006

Legenden

Mittwoch, Juli 26th, 2006

War mal wieder in Nideggen zum klettern. Erst hab ich an der Effelsley (Topo Effels) mein relativ neues Ropeman II endlich mal ausprobiert. D.h. Selbstsicherung mit einer kleinen Steigklemme. Dass ich ziemlich heftig geschwitzt habe, hat wohl nicht nur mit der Wärme und Anstrengung zu tun gehabt …

Dann streunte mir Hans Diefenbach, kurz “Diefes”, über den Weg. Wir verabredeten noch etwas zusammen an der Aachener und der Obstwand zu klettern. Ich kenne diese lebende Legende (zumindest für die Gegend) schon lange, und auch wenn er schon hart auf die 70 zugeht, ist er nach wie vor ein kompetenter wie angenehmer Kletterpartner.

Diefes -- Hans Diefenbach

Hans Diefenbach war eine zeitlang Wegbegleiter des unbestreitbar legendären Wolfgang Güllich und Herausgeber des ersten deutschen Klettermagazins Boulder, das ebenso legendär zu nennen ist.

Und selbst wenn Diefes selber keine Legende ist, ein Original ist er allemal. Er ist ein  Literaturliebhaber und Lebenskünstler par excellence — man könnte sagen: im Grunde ein Taugenichts — mit Immatikulation für das 92. Semester (geschätzt) ;-). Aber ein netter, mit dem man sich neben dem — oder gar beim — klettern außerordentlich gepflegt und auch persönlich unterhalten kann.

Die heutigen Themen waren u.a. Legenden und alte Zeiten (unvermeidbar), hübsche junge Frauen und deren ungemeine Attraktivität (unvermeidbar), die Problemkreise älterer Mann/junge Frau sowie sexuell aktiver älterer Mann/sexuell desinteressierte ältere Frau (anscheinend ebenso unvermeidbar), die Ethik heutiger junger Menschen (welche?), die Anthroposophie Rudolf Steiners und deren nazistische Tendenzen in der heutigen Waldorf-Pädagogik. Kurz: ein bunter Abend :-)

Ach ja: Was hindert eigentlich Diefes, aus dem Kaff Königswinter wegzuziehen? Seine 14.000 Bücher (kein Quatsch!).

Natürlich wären wir keine Kletterer wenn wir nicht geklettert wären:

Diefes beim Abbauen
Hier macht sich Diefes nicht etwa zum Affen, sondern er nutzt geschickt einen Baum beim Abbauen der überhängenden Route “Monsterbond (7/7+)” …

Nach einem weiteren längeren Palaver hab ich dann mein Zeug gepackt und bin im Dunkeln zum Auto zurückgestolpert wobei mir noch dieses stimmungsvolle Bild des Rurtals gelang :-))
Rurtal ?

Im Namen der Hitze

Donnerstag, Juli 20th, 2006

Zur wenigstens leichten Linderung sollen jetzt die südseitig vorgehängten Stoffe beitragen — natürlich außen, damit auch der Strahlungsumsatz und damit die Wärmeentwicklung draußen stattfindet:

Verdunkelung
Macht auch ein ganz heimeliges Licht … ;-)

Abends bin ich dann noch eine lang aufgeschobene Reparatur angegangen: meine vor knapp 20 Jahren von mir selbst gebaute Kühlkiste für Campingurlaube bekommt eine Aufarbeitung. Dass sie es verdient ist lange keine Frage mehr, mit ihren 5 cm starken Styroporwänden und der Birkenmultiplexhülle ist das Ding vom kühlhalten nach wie vor konkurrenzlos und ein hübsches Campingmöbel dazu — außerdem wächst einem sowas mit den Jahren ja ans Herz …

Trickreiche Reparatur

Etliche kleine Risse im Deckel werden geklebt, neue Griffe und endlich auch Füße angebracht und das ganze mit wasserdichtem Bootslack neu lackiert. Im Bild sieht man eine ziemlich improvisierte Konstruktion zum Anpressen der Füße (jetzt oben) mit Wasser gefülltem 20 L Eimer und Gartenstühlen zur Aufnahme der Scherkräfte (sonst würde alles verrutschen auf dem Holzleim-Gleitfilm). Unten eine straffe Schnur, die durch unterlegte Holzdübel entsprechenden Druck auf die seitlich klebenden Griffe ausübt (hab ich mir von Schreinern abgeschaut, z.B. beim Leimen von Bilderrahmen üblich).

Hoffentlich bleibt’s trocken diese Nacht, aber das heutige Gewitter ist schon durch …

37 °Celsius, Wasserkühlung

Mittwoch, Juli 19th, 2006

Mit dem Fahrrad 13 km nach Hause. Erstmal Haare und T-Shirt nass machen. Vorher, dabei und nachher.

Wasserkühlung

Puh, ich bin geschafft …

Hitzeflucht nach Nideggen

Mittwoch, Juli 19th, 2006

Dienstag ist mein Klettertag. Meist gehe ich dann nach der Arbeit in Frechen in den ChimpanzoDrome. Bei 35 °C ist da aber nicht dran zu denken …

Also bin ich zum 3. Hinkelstein (Topo) bei Nideggen in der Nordeifel gefahren, das ist von meiner Arbeit eine gute halbe Autostunde entfernt. eigentlich wollte ich ja mal ein kleines Selbstsicherungsgerät (WildCountry Ropeman II) ausprobieren, aber am 3. Hinkel ist man selten allein …

3. Hinkelstein in Nideggen

Geklettert bin ich dann Asterix (7+), Blutige Kante (7+/8-), Grautvornix (8-) und zweimal Live fast, die you (8/8+). Danach war ich erledigt. Immerhin gingen alle Routen noch einigermaßen geschmeidig, was vielleicht doch ein wenig an gestiegener Form durch das klettern im Urlaub liegt. Jedenfalls waren hier die Temperaturen sehr erträglich.
Der untere Parasit (9/9+) ist mir dann einen Nummer zu heftig und ich hab die Gelegenheit für ein paar Photos genutzt:
Unterer Parasit (9/9+) am 3.Hinkelstein

Nach zwei Stunden war meine deutlich zu kleine Wasserflasche staubtrocken und ich habe mich zur Tanke in Nideggen aufgemacht, wo ich rund 3 L flüssiges erstanden habe. So ausgerüstet wollte ich dann eigentlich am Stausee in Untermaubach noch schwimmen, aber das ist ein echter Sch***-See: die eine Seite total verbaut, die andere steil. Nächstes Jahr wird er gar trockenen gelegt — ist mir auch egal … :-(

Schließlich bin ich rechtzeitig für ein Mitternachtsschwimmen am Otto-Maigler-See angekommen, der mir dann tatsächlich Abkühlung und den (unzweifelhaften) Genuß eines Radlers aus der Dose brachte …

Et kütt wie et kütt

Freitag, Juli 14th, 2006

Le-Bourget-du-Lac, Savoien.

Et hätt noch immer jot jejange (kölsch: es ist bisher immer gut gegangen) — das Zelt ist etwas nachlässig abgespannt…

Et kütt wie et kütt (es kommt wie es kommt) — nämlich der Gewittersturm, wir sitzen dabei noch entspannt im Restaurant.

Dat is nur halv su schlimm (das ist nur halb so schlimm) — das Zelt steht noch überwiegend, die Schlafkabine ist allerdings abgesoffen…

Mir stonn zusamme (ungefähr: wir helfen uns gegenseitig) — nach den ersten Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen am Material im strömenden Regen haben wir dankend das Angebot einer trockenen Herberge angenommen.

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M. beim testen unserer Asylantenpritschen im niederländischen Caravan-VorzeltFazit nach 24 h und tags gnadenlosem Sonnenschein: alles wieder trocken, ein tadellos abgespanntes Zelt und ein wenig in die multinationale Campergemeinschaft hineingewachsen.

SSCN0732.JPG
Abziehendes Gewitter

Ach ja: es gewittert im Moment wieder, aber nur leicht — bisher …